Daniel Robert Hunziker

Robert Daniel Hunziker konfrontiert mit seiner Arbeit den formalen Anspruch der Moderne und die dabei parallel entstehende Gebrauchsarchitektur. Weder melancholisch noch zynisch, aber als genauer Beobachter beschreibt Hunziker die unmittelbare Umwelt, abseits der «Sehenswürdigkeiten» und «Aussichtspunkte». Ad Absurdum führt er oft den Prozess des Ablesens und Reformulieren von Formen die rein durch eine Funktion entstanden sind.

Exemplarisch radikal ist die Arbeit ~3.00, 2014 die er mit der Künstlerin Ariane Epars konzipierte. Sie erhielten den weit gefassten Auftrag, nicht nur ein künstlerisches Konzept für den Kunst-am-Bau am Horentaltunnel zu erstellen, sondern viel grundlegender auch zu eruieren, wo die Kunst denn überhaupt ansetzen sollte. Epars und Hunziker setzten sich zum Ziel, die natur- und tierschützenden Massnahmen, die beim Ortsumfahrungtunnel bei Aarau eingesetzt wurden, zu multiplizieren. Sie beschlossen daher, den Tunnel um soviel zu verlängern wie das Kunstbudget abzüglich ihres Honorars es zuliess: Es resultierten drei Meter.

Sein Humor und seine Schärfe wird in der Monographie «Always Late Where I’m Living» 2010, die anlässlich der Ausstellung ‘Mittelland’ im Kunshaus Langenthal, zusammen mit Isa Melsheimer und kuratiert von Fanni Fetzer, erschien, weiter erläutert. Der Künstler hat 2001 den Manorpreis erhalten und den eidgenössischen Kunstpreis 2002 und 2005. 2016 stellte er solo mit «Thinking Things» bei Hales Gallery aus und in der Gruppenausstellung «The Order Of Things» im The Wilson Cheltenham Art Museum. 2018 nahm Daniel Rober Hunziker an der erste Lahore Biennale in Pakistan teil.

 

SAA: Kannst du uns etwas zur Arbeit erzählen, die bei den Swiss Art Awards gezeigt wird?

RDH: Raum als voluminöse Überkategorie sowie das im Raum eingeschriebene und verborgene Wissen sind zentrale Themen meiner künstlerischen Arbeit. Ich dokumentiere den ikonischen Charakter von Raum und trage in ihm Vorgefundenes zusammen. Mein Sammeln und späteres Ordnen von Eindrücken und Objekten verstehe ich als eine gänzlich subjektive Praxis der Weltaneignung. Es geht mir darum, das Unmittelbare zu sehen und es mit anderen Sichtweisen in Verbindung zu bringen, die eine emotionale Aufgeladenheit besitzen. ‚Nowhere Is Now Here‘ kann als Versuch gelesen werden, die Welt so vor Augen zu führen, wie wir sie potentiell in uns tragen – aber nicht sehen können, weil uns unsere Gewohnheiten die Sicht darauf versperren.

SAA: Welche Welten sind in deiner Arbeit eingebunden oder werden damit angesprochen?

RDH: Poesie, Architektur, Rock’n Roll, Natur, Handwerk, Philosophie.

SAA: Gibt es einen Ort (in der Schweiz oder im Ausland) der deine Arbeit inspiriert?

RDH: Inspiration entspringt der Offenheit und Neugierde und hängt primär von der Art ab, wie ich mich auf einen Ort einlasse, denn vom Ort selber.