Dominique Koch

And the Pattern Will Repeat. Aus der Installation: Beyond Chattering and Noise. Centre culturel suisse, Paris. 2015


And the Pattern Will Repeat. Aus der Installation: Beyond Chattering and Noise. Centre Culturel Suisse, Paris. 2015

Die Künstlerin Dominique Koch (1983) schloss ihr Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ab. In ihren Skulpturen, Videoinstallationen und Performances befasst sie sich mit den kommunikativen und referentiellen Grenzen der Sprache und bedient sich der Stimme als Kommunikationsmittel. Die Auseinandersetzung mit sprachlichen Elementen ergibt sich in ihrer künstlerischen Praxis als methodischer Prozess: sie analysiert Kommunikationskontext und Sprachhandlung zwischen Geschprächspartnern und ihren  Kommunikationsmitteln. Dabei liegt ihr Fokus auf Situationen, in denen Sprache als Material eingesetzt wird und über die sich Fragen zur Kapazität des Sprechens, zu Zeichen- und Übersetzungssystemen und deren Konsequenz auf die darin agierenden Körper artikulieren lassen.

SAA: Womit beschäftigst du dich derzeit?

DK: Ich versuche meiner künstlerischen Methode treu zu bleiben und dementsprechend jeweils die richtigen Entscheidungen zu treffen, sodass die Idee so präzise wie möglich umgesetzt und in eine ästhetische Form übersetzt werden kann. Dabei gilt, genug frei und offen zu bleiben, um unerwartete Wendungen zu erkennen und die Idee bzw. die Form entsprechend zu verändern oder weiter zu entwickeln. Im Moment interessieren mich sozialpolitische und philosophische Fragen und die Suche danach, wie sie adäquat in eine künstlerische Arbeit übersetzt werden können. Ich arbeite oft mit Video, Sound und Text. Meine aktuellste Arbeit setzt sich mit der Idee des Loops, der Utopie des unsterblichen Körpers und der Möglichkeit oder der Unmöglichkeit auseinander, den Loop zu verlassen.

Filmstill. Beyond Chattering and Noise HD Video, Sound. 20 Min. 2015


Filmstill. Beyond Chattering and Noise. HD Video, Sound. 20 Min. 2015

SAA: Das diesjährige graphische Oberthema der Schweizer Kunstpreise ist «Migration». Was ist Dein Weg oder Hintergrund und inwiefern hat er Deine Wahrnehmung verändert? Welche Bedeutung haben die Begriffe «Heimat» und «Identität» für Dich?

DK: Aus geografischer Sicht gab und gibt es jeweils mehrere Orte, zwischen denen ich mich hin und her bewege, mal abgesehen von der Möglichkeit, sich auch auf gedanklicher Ebene an andere „Orte“ zu begeben. Aktuell bewege ich mich hauptsächlich zwischen Basel und Paris und mein letztes Projekt entstand teilweise in Japan. Innerhalb meiner künstlerischen Praxis migriert mein Interesse in immer neue Felder, ohne natürlich wirklich absehen zu können, wo dieser Prozess noch hinführen wird.
Interessant ist ja die Tatsache, dass das Wort „Heimat“ keine wirkliche Entsprechung in anderen Sprachen findet. Im Gegensatz zum Vaterland, welches an einen geografisch klar definierten Ort geknüpft ist, funktioniert Heimat auf einer viel abstrakteren Ebene und ist gewissermaßen auch unbeständig. Das heißt, die Möglichkeit der Veränderung, der Migration, ist darin bereits angelegt, sowie auch die Tatsache, dass mehrere Orte oder Gemeinschaften gleichzeitig eine „Heimat“ darstellen können.

Installationsansicht. Beyond Chattering and Noise. Kunsthalle Basel. 2015


Installationsansicht. Beyond Chattering and Noise. Kunsthalle Basel. 2015

SAA: Der diesjährige Grand Prix Preisträger für die Kunst Christian Philipp Müller “widmet sich der Kunstbildung und unterstützt aktiv die Arbeit einer neuen Generation von Künstlern”. Gibt oder gab es jemanden, der deine Arbeit unterstützt hat und Einfluss auf deine Praxis, Ansätze und Strategien ausgeübt hat?

DK: Es gibt viele Personen, deren Werk oder Arbeitsweise sehr inspirierend sind für meine eigene Arbeit. Aber grundsätzliche ist dies auch eine Wahrnehmung, die gewissermaßen in ständiger Veränderung begriffen ist und die mit der Weiterentwicklung der Arbeit von einer Person zur nächsten migriert. Je nach dem, wohin sich mein Interesse bewegt, werden jeweils unterschiedliche Personen wichtig und andere für die Arbeit weniger relevant. Es gibt immer wieder großzügige Unterstützer, aber dann natürlich auch solche, die das nicht tun. Im Endeffekt ist jedoch alles produktiv, denn über die Nicht-Unterstützer findet man schlussendlich zu den Unterstützern.