Maureen Kaegi


I Doubt You Share My Sensitivity, 2016, Kunsthalle Winterthur, Foto : Leonhard Hilzensauer

Maureen Kaegi (*1984, New Plymouth NZ) studierte von 2005 – 2010 auf der Universität für angewandte Kunst in Wien und besuchte die Zürcher Hochschule der Künste und die School of Arts and Culture, Newcastle. Parallel hat sie sich mit zeitgenössischem Tanz und performativer Praxis auseinandergesetzt u.a. durch das Tanzquartier Wien und das Universitätssportinstitut Wien. Verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen führten sie u.a. in die Kunsthalle Winterthur, die Galerie Mark Müller, das Künstlerhaus Wien und das Austrian Cultural Forum in Washington (USA).
Ihre Performances entstehen meist in Kollaborationen und leben von Momenten der Improvisation. Dabei interagiert Kaegi häufig mit den Ausstellungsräumen, den Besuchern und dem Inhalt der Ausstellungen. Ihre Performances wurden u.a. im Zentrum Paul KleeK3 Zentrum für Choreographie, der ETH Zürich und dem MAK in Wien gezeigt .
Im Interview erörtert Kaegi das Verhältnis zwischen Leistungspotential und Kreativität.


I Doubt You Share My Sensitivity, 2016, Kunsthalle Winterthur, Foto: Leonhard Hilzensauer

SAA: Was fördert Kunst?

MK: Viel Zeit, Platz und die Möglichkeit zur Langeweile.

SAA: Wer fördert Dich?

SAA: Mein unmittelbares, soziales Umfeld und der Zugang zu einem breiten kulturellen Angebot. KünstlerInnen, GesprächspartnerInnen, ProjektpartnerInnen, welche mich für Projekte motivieren und Freunde, die bei Gelegenheit auch mal mit anpacken. Außerdem Mäzene und GaleristInnen, die mir Möglichkeiten und Arbeitsräume zur Verfügung stellen.

SAA: Kann man Kreativität fördern?

MK: Dank ihrer Resilienz ist Kreativität gewissermaßen unabhängig von finanziellen Ressourcen und kann unter noch so prekären Umständen ihren Ausdruck finden. Diese Frage versucht aber eine Bewertungsanalyse über viel oder wenig Kreativität zu erfassen. Dieser Ansatz bringt mich dann gleich zum Verhältnis von Leistungspotential und Kreativität und folglich wird es immer problematischer. Ganz klar aber sind finanzielle Ressourcen entscheidend für die Möglichkeiten und Grenzen einer kreativen Existenz.

SAA: Muss sich Kunst verkaufen?

MK: Kunst hat einen subjektiven Wert, der auch in einem Preis ausgedrückt wird. Gehen wir aber bloß von einer Verkäuflichkeit aus, verlieren wir all die Werte, die man nicht in Zahlen messen kann.

SAA: Wem gehört die Kunst?

MK: Eine Ausgeglichenheit wäre erstrebenswert. Dabei wird über eine inklusive oder exklusive Teilhabe entschieden und somit der gesellschaftliche Zusammenhalt verhandelt.


I Doubt You Share My Sensitivity, 2016, Kunsthalle Winterthur, Foto: Leonhard Hilzensauer