Roman Gysin


Installation view: Major Nature at Auswahl15 Aargauer Kunsthaus, Aarau

Nach Abschluss des Bachelor of Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste besuchte Roman Gysin (*1984) die Hochschule für Bildende Künste Hamburg (MFA). Sein künstlerisches Schaffen wurde mit dem Werkbeitrag Kanton Zürich und dem Studio-Award der Foundation BINZ39 geehrt. In seinen Arbeiten finden verschiedene Materialien Verwendung. Für seine Werkreihe Major Nature verwendete er Pappmaché, Stahl sowie unterschiedlich bearbeitetes Holz. Dabei will er die Frage nach dem Stellenwert der Natur in der Gesellschaft aufwerfen.
Im Interview erklärt Gysin, warum Kunst stets öffentlich ist.


Shakira Shakira, 2013 Canvas, wood, bone glue, ceramic. 220 x 78 x 36 cm

SAA: Was fördert Kunst?

RG: Kunst passiert auf unlogische und nur schwer nachvollziehbare Weise. Das Chaotische und Zufällige spielt dabei eine wichtige Rolle.

SAA: Lässt sich Kreativität fördern?

RG: Hier stellt sich mir die Frage was Kreativität ist? Es ist ein Wort und ein Zustand, der von einer leistungsorientierten Gesellschaft, die nach Fortschritt und Gewinn strebt, als positiv und wünschenswert verstanden wird. Die Frage sollte somit heißen: Fördert Kreativität den finanziellen Erfolg?

SAA: Muss sich Kunst verkaufen können?

RG: Kunst als Produkt einer Arbeit sollte verkauft und besitzt werden können. Doch was wird mit Kunst gekauft? Kunstobjekte vermitteln innere Werte, die im Kunstmarkt ausgetauscht werden. Es besteht die Gefahr, dass der Kunstmarkt durch kapitalistische Spekulationen diese Werte zu stark beeinflusst und somit zerstört.

SAA: Gehört Kunst in die Öffentlichkeit oder den Privateigentum?

RG: Kunst ist öffentlich, auch wenn das Objekt jemandem gehört. Kunst ist ein Gedankengut, das in irgendeiner Weise verkörpert ist. Gedanken kann man nicht besitzen. Zudem ist Kunst gemacht um Gesehen oder Erfahren zu werden, das heißt, es ist eine Eigenschaft, die sich nach außen richtet. Diese Sichtbarkeit wählt nicht seinen Betrachter, deshalb ist Kunst öffentlich im Sinn von Offenheit.