Maja Rieder

Für Maja Rieder, die ihren Master of Fine Arts in Basel absolvierte, ist Zeichnen ein Prozess, der der Physikalität seines Trägers folgt und sich ihm widersetzt. Mit Gouache und Tusche erweitert Sie ihre Palette, mit der sie das Papier verarbeitet.

Installiert Rieder ihre grossformatige Zeichnungen im Raum, so kommt er ins Schwanken. Bei der Überführung zum Objekt bleibt Maja Rieder ihre Geste treu: mit Querschnitten durch Wabenpappe stellt sie monumentale Pyramiden oder Berge her, die sich durch ihre neutrale Schattierung vom Raum abstrahieren. Ihre allgegenwärtigen Diagonalen fordern die senkrechten Strukturen heraus, und somit die Naturgesetze.

 

SAA: Gibt es einen Ort der Deine Arbeit inspiriert?

MJ: Ein Ort der meine Arbeit inspiriert ist der Ort meiner Zeichnung. Der Arbeitsprozess bildet sich in der Zeichnung ab. Das ist es, was mich interessiert. Die Arbeiten entstehen quasi aus sich selber heraus, aus einer bestimmten Vorgehensweise, dem Umgang mit dem Material; dem Falten und Übermalen von Papier beispielsweise. Natürlich werde ich dabei beeinflusst von allem was ich sehe und erlebe.

Ich würde sagen, dass die Zeichnung Raum bildet. Neben dem räumlichen Aspekt sehe ich das Zeichnen gerne auch als ein Schreiben, in dem Sinne, dass die Richtung, der Anfang und das Ende einer Linie einer bestimmten Vorgabe folgt.

Ich beschäftige mich viel mit der Zeichenform X. Auch bei der Arbeit, die in der Ausstellung Swiss Art Awards zu sehen sein wird. Am X interessiert mich die Einfachheit des Zeichens, die Symmetrie, die Reduktion auf zwei diagonale Linien die sich kreuzen und einen bestimmten Raum abstecken. Sobald eine Linie gesetzt ist, ist auch ein Raum da. Und dann markiert das X auch einen Punkt. Beim X kommt das Potenzial der Zeichnung gut zum Ausdruck: Dass sie sich zwischen Fläche und Raum bewegt.