SCHNEIDER TÜRTSCHER

«Wir lösen die visuelle Untersuchung von der Realität ab, um sie eigenständig, als Studium der Form und somit des Raumes zu lesen. Wir glauben an die Robustheit dieser Ebene im vielschichtigen Entstehungsprozess einer Architektur. Diese Auseinandersetzung begreifen wir als grundlegend für unsere Arbeit, denn über eine Sichtbarmachung der Form und des Raums formulieren wir die Idee für ein Projekt.» SCHNEIDER TÜRTSCHER
Tatsächlich erscheinen die Skizzen, Zeichnungen und Modelle des Architektenduos wie eigenständige Kunstwerke. Damit verlangen die Arbeitsunterlagen zwar mehr Aufmerksamkeit, sie vermitteln aber auch viel mehr als nur Information: einfühlsam führen sie den Zuschauer in eine neu definierte Umwelt. So werden neue Räume geschaffen wo keine sichtbar waren: «An den Längsseiten überlappen sich einfache Fichtenbänder, an den Kopfseiten wächst der massive Kern als kraftvoller Loggiakopf aus dem Volumen. Die gekonnte Fügung der banalen Elemente aus Beton, Metallgitter oder einfachem Holz schafft Architektur. Zwei Häuser, die zeigen, was an einem solchen Ort auch möglich ist.» Axel Simon zu den Zwei Häusern in Rüthi, Hochparterre 6–7/17.
Michaela Türschter und Claudio Schneider haben beide ihren Master an der  ETHZ 2011 absolviert und zusammen 2013 ihr Büro gegründet. Während Claudio Schneider seit 2015 als Entwurfsassistenz bei Prof. Adam Caruso an der ETHZ unterrichtet, war Michaela Türschter 2017 akademischer Gast bei Prof. Elli Mosayebi an der TU in Darmstadt. SCHNEIDER TÜRTSCHER geben regelmässig Vorträge, u.a. im Rahmen der Heftreihe Carnets der Universität Iuav Venedig, im Architekturforum Zürich, am f’ar, das Forum d’architectures Lausanne, an der RWTH Aachen, und an der Scott Sutherland School of Architecture and Built Environment, Schottland, im Rahmen der 57°10 Lecture Series.

 

SAA: Wie würdet ihr den Stil von eurem Büro beschreiben?

ST: Eine stilistische Zuordnung beschäftigt uns nicht. Zu gegenwärtig ist uns die eigene Arbeit, zu komplex und situativ die Anforderungen an Architektur in unserer Zeit.

SAA: Könnt ihr beschreiben wie eins von eure Projekte die Umwelt oder den öffentlichen Raum markiert hat, oder markieren wird?

ST: Wir verstehen jede Aufgabe – sei es ein neues Fenster oder ein ganzes Haus – als Eingriff in den öffentlichen Raum.

SAA: Wie kann Architektur sozialen und/oder ökologischen Fragen mehr Platz einräumen?

ST: Indem sich das Individuum dem Kollektiv unterordnet und Hierarchien dementsprechend – auch baulich – formuliert werden.